Curriculum Vitae
Klaus Hurrelmann, Jahrgang 1944, studierte Soziologie, Psychologie und Pädagogik an den Universitäten Freiburg, Berkeley (USA) und Münster und promovierte mit einer Arbeit aus der Schulforschung. 1975 habilitierte er sich mit der Schrift „Erziehungssystem und Gesellschaft“ und übernahm anschließend eine Professur für empirische Bildungs- und Sozialisationsforschung an der Universität Essen.
1980 wechselte er im gleichen Gebiet an die Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld. Dort baute er mit Kolleginnen und Kollegen den interdisziplinären, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Sonderforschungsbereich „Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter“ auf, dessen Sprecher er während der gesamten Zeit von 1986 bis 1998 war. Auch war er Mitbegründer des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung in Bielefeld.
Im Jahr 1994 wechselte Klaus Hurrelmann an der Universität Bielefeld in die neu eingerichtete Fakultät für Gesundheitswissenschaften und amtierte viele Jahre lang als Gründungsdekan. Er vertrat dort das Gebiet Prävention und Gesundheitsförderung und leitete viele internationalen Kooperationen ein. Er fungierte bis 2007 als Direktor des „Collaborating Research Center for Health in Adolescence“ im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und leitete den deutschen Teil der Studie „Health Behaviour in School Children HBSC“. 1990 nahm er eine Gastprofessur für Soziologie an der New York University und 1999 eine Gastprofessur für Gesundheitswissenschaften an der University of California in Los Angeles wahr.
Sowohl im Sonderforschungsbereich als auch im Collaborating Center leitete er mehrere Forschungsprojekte, unter Anderem zu den familiären und schulischen Bedingungen der Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung, dem Zusammenhang von Sozialisation und Gesundheit und zur Prävention von Risikoverhalten, Gewalt, Sucht und psychosomatischen Gesundheitsstörungen. Er war Mitglied im Leitungsteam der letzten drei Shell Jugendstudien und hat nach dem gleichen Format auch die World Vision Kinderstudien angeregt und zwei Mal geleitet.
2009 wechselte Klaus Hurrelmann als Senior Professor of Public Health and Education an die Hertie School of Governance in Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Verbindung von Familien- und Bildungspolitik mit Ansätzen der Sozial- und Gesundheitspolitik, um umfassende Interventionsstrategien zur Prävention von sozialen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Kindern und Jugendlichen zu entwickeln. Für angewandte Forschungs- und Entwicklungsprojekte gründete er das private „Institut für Gesundheits- und Bildungsforschung IGB“ in Berlin.
Klaus Hurrelmann hat mehrere Lehrbücher publiziert, darunter „Erziehungssystem und Gesellschaft“, „Sozialisation und Lebenslauf“, „Lebensphase Jugend“, „Einführung in die Sozialisationstheorie“, „Gesundheitssoziologie“ und (zusammen mit Sabine Andresen) „Kindheit“, die teilweise auch in englischer Sprache erscheinen sind. Mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Disziplinen sind ständig aktualisierte Auflagen von umfangreichen Handbüchern in den Gebieten Sozialisationsforschung, Gesundheitswissenschaften, Prävention und Gesundheitsförderung, Gesundheitliche Ungleichheit und Bildungsverlierer entstanden, außerdem weitere englischsprachige Publikationen: neben zahlreichen Aufsätzen das International Handbook of Adolescence und das International Handbook of Public Health sowie die Sammelbände Social Problems and Social Contexts in Adolescence und Health Risks and Developmental Transitions During Adolescence.